Die erste E-Autofabrik Deutschlands setzt neue Massstäbe

Die erste E-Autofabrik Deutschlands setzt neue Massstäbe

Juli 2020

Der weltgrösste Automobilhersteller rüstet sich für die Zukunft. Volkswagen stellt in den nächsten Jahren radikal auf Elektromobilität um, und dabei spielt das Werk in Zwickau eine entscheidende Rolle. Hier entsteht mit dem Modell ID.3 die Blaupause für die neue E-Flotte. Mit am Start sind die Biegeprofis von Bystronic.

Vieles in der Automobilindustrie läuft hinter verschlossenen Türen ab. So auch die Neuorientierung der Hersteller im Hinblick auf die Elektromobilität. Wenn aber Angela Merkel höchstpersönlich den Startschuss für die Produktion des neuen VW ID.3 gibt, dann ist längst alles hochoffiziell. So geschehen im letzten November im sächsischen Zwickau. Dort starteten nämlich die Produktionsbänder für das momentan vielleicht ambitionierteste Projekt in der gesamten Autoindustrie.

Der ID.3 ist mehr als nur ein neues Modell, nein, dieser Flitzer verkörpert die Zukunft von VW und soll eine neue Ära einläuten. Der Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, der global führende Hersteller von E-Fahrzeugen zu werden. Und diese Ansage ist Programm. Mit Investitionen von 1,2 Milliarden Euro will VW das Werk in Zwickau zur grössten E-Mobility-Factory Europas machen. 2021 sollen hier bereits über 300'000 Elektroautos vom Band laufen.

Baukasten für die ganze Familie

Bis jetzt kamen die Verkäufe von Elektrofahrzeugen nur schleppend voran. Der ID.3 soll das ändern – dank einem attraktiven Preis von unter 30'000 Euro, einer rasanten Ladezeit und einer Reichweite von bis zu 550 Kilometern. Markenvorstand Jürgen Stackmann verspricht: «Aussen so gross wie ein Golf, innen wie ein Passat und Beschleunigung wie ein GTI.» Die Versprechen kommen bei der Kundschaft offenbar an: Über 30'000 Fahrzeuge sind bereits vorbestellt und werden dieses Jahr ausgeliefert. 

Der ID.3 bildet die Basis für eine emissionsfreie Generation von Fahrzeugen, vom SUV T-Cross bis hin zum Bully. Der Modulare E-Antriebs-Baukasten – kurz MEB – sorgt für die nötige Skalierbarkeit: Er wird bis 2022 in 27 Fahrzeugen von vier Konzernmarken verbaut. Dass dabei die Grenzen nach oben offen sind, zeigte vorab bereits der Prototyp «ID.R Pikes Peak». Beim gleichnamigen Bergrennen in den USA schrieb der Supersportwagen mit seinem 680 PS starken E-Allradantrieb am 24. Juni 2018 Motorsportgeschichte und stellte den ursprünglichen Rekord von Rallye-Legende Sebastien Loeb bei Weitem in den Schatten. Dieser Supersportwagen wird ein Traum für die Rennstrecke bleiben, doch er beweist, zu was der E-Antrieb von VW fähig ist.

76 Sekunden Taktzeit

Kati Langer steht in Produktionshalle Nr. 12. Sie begutachtet die Xpert 40, die in der Produktionszelle mit den zwei Kuka-Robotern verbunden ist. Die leidenschaftliche Bystronic Verkäuferin, die das Projekt ID.3 mit VW schon von Anfang an begleitet, ist sichtlich stolz auf die Anlage. «Um die Biegeanlagen nahtlos in die Produktion von VW zu integrieren, mussten wir einige bauliche Herausforderungen meistern», sagt sie, während wir den beiden Biegerobotern bei der Arbeit zusehen.

Der erste Roboter entnimmt das Teil aus dem Behälterbahnhof und legt es in die Zentrieranlage. Der zweite Roboter führt es blitzschnell an die Biegemaschine und erledigt die ersten zwei Biegeoperationen. Dann legt er das Teil wieder in die Zentrieranlage, und Roboter Nummer zwei führt die restlichen Biegedurchgänge aus. Anschliessend werden an einer stationären Anlage zwei Kugelmuttern angeschweisst. Dann packt der Greifarm das Teil und legt es auf das Zuführband.

Genau 76 Sekunden dauert dieser Prozess. Den Robotern zuzuschauen, wie sie ihre Biegeabläufe vollenden, ist ein wahrer Genuss. Sähe man es nicht mit eigenen Augen, so würde man kaum glauben, wie elegant und flink die beiden Roboter einander in die Hände – oder besser gesagt in die Greifer schaffen. Das gebogene Teil wird anschliessend in der Trägerstruktur des Chassis verbaut und dient dazu, den Unterbau zu stabilisieren. Eine zweite vollautomatische Biegezelle formt ein Teil, welches anschliessend an der Vorderseite des Chassis eingebaut wird.

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